Die Feuerwehr ist eine dufte Truppe, die ihr Geld wert ist. Doch Jestebrg geht finanziell auf dem Zahnfleisch. Auch Feuerwehrfreunde müssen sich fragen dürfen, ob es beim Bau der neuen Wache am Ortsausgang (Foto) nicht auch eine Nummer kleiner gegangen wäre.

Jesteburger Amigowirtschaft: Steuerzahlerbund übernimmt

Der Jesteburger Bürger Erich Wiedemann hat den Niedersächsischen Bund der Steuerzahler gebeten, sich in die Recherchen über die Hintergründe der Jesbörger Pleitewirtschaft einzuschalten. Sein Brief im Wortlaut (die Zwischenüberschriften sind nachträglich eingeschoben):

 

Sehr geehrter Herr Vermöhlen,

 

nachstehend gebe ich Ihnen, wie telefonisch vereinbart, einen Überblick über die desaströse Finanzlage der Gemeinde Jesteburg und ihre Ursachen. Leider haben Ihre Bemühungen um die Einführung von Strafrechtsmaßnahmen gegen die Veruntreuung und Verschwendung öffentlicher Gelder bislang nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Sonst sähe ich einige Politiker schon hinter Schloß vor Gericht 

 

Zunächst zur Statistik: Die Gemeinde Jesteburg, ca. 20 Kilometer südlich von Hamburg, hat knapp 8.000 Einwohner. Noch vor acht Jahren war sie  (pro Kopf) die wohlhabendste Gemeinde im Landkreis Harburg. Jetzt ist sie die Spitzenreiterin mit der höchsten Verschuldung. Sie hatte 2009 über 4,3 Millionen Euro liquide Mittel. Heute hat sie 2.925.000 Euro Schulden. Die werden nach Angaben des Gemeindekämmerers im nächsten Jahr voraussichtlich auf rund sechs Millionen Euro steigen. 

 

Dabei verfügt Jesteburg über ein solides und über die Jahre ständig gewachsenes Steueraufkommen. Anteilige Einkommensteuer 4.65 Millionen, Gewerbesteuer 2,1 Millionen, Grundsteuer 1,5 Millionen. Jetzt wird eine erneute Anhebung der Grundsteuer diskutiert, obwohl diese vor fünf Jahren um erschütternde 45 Prozent erhöht wurde. Letztes Jahr wurde die Gewerbesteuer drastisch angehoben. Das führte zu einer weiteren Schwächung der heimischen Betriebe. Schon jetzt steht jeder vierte Laden auf der Hauptstraße leer. Um die Wirtschaft anzukurbeln, haben sich CDU und SPD absurde Maßnahmen einfallen lassen. Die Schwarzen wollen einen „Citymanager“ einstellen. Die SPD will den Gewerbetreibenden im Zentrum ein Jahr lang aus Steuermitteln die Miete bezahlen.

 

Dir Bürger stöhnen und zahlen

 

Wesentlicher Grund für die desolate Lage der Jesteburger Finanzen ist der verschwenderische Umgang des Gemeinderats mit Steuergeld. Der Rat besteht aus 7 SPD-, 5 CDU-, 5 Mitgliedern der Unabhängigen Wählergemeinschaft“ (UWG) und einem FDP-Mitglied. Bremser sind häufig die Grünen und manchmal die UWG. Die Bürger, die die Möglichkeit hätten, den Verschwendern in den Arm zu fallen, sind faul oder feige oder beides. Sie stöhnen und zahlen. 

 

Dies sind die spektakulärsten Jesteburger Jesteburger Investitionsruinen:

 

Für eine neue Schießsportstätte samt Versammlungsraum haben die Gemeindevertreter dem Jesteburger Schützenverein, mit dem etliche von ihnen versippt sind,1.527.500 Euro spendiert. Zusätzlich werden Kosten für die Verlegung einer Straße in Höhe von 182.000 Euro und von 225.000 Euro für die Herrichtung von Parkplätzen fällig. Um den Eindruck zu vermeiden, die Gemeinde werfe 1,7 Millionen zum Fenster raus für eine Anlage, die nur zum Schießen und Saufen dient, wurde ein öffentlicher Versammlungsraum integriert. Dabei verfügt edie Gemeinde über drei weitere Säle (zwei öffentliche und einen privaten), die bislang alle noch nie voll besetzt waren. 

 

Das Geschenk für den Schützenverein sollte mit dem Erlös aus dem Verkauf des sogenannten Festplatzes an die Kieler Handelskette Famila finanziert werden, die dort einen Supermarkt bauen wollte. Der Verkauf kam aber nicht zustande, weil die Gemeinde bei der Bauplanung gegen die Richtlinien verstoßen hatte und der Supermarkt deshalb nicht gebaut werden konnte. Kurzum, Jesteburg blieb auf dem Millionenzuschuß sitzen.

 

Den Neubau eines Feuerwehrhauses ließ sich die Samtgemeinde Jesteburg 3,85 Millionen  Euro kosten. Den weitaus größten Teil davon trägt die Gliedgemeinde Jesteburg. Das neue Haus mißt 1.350 qm Grundfläche. Dazu gehört ein Versammlungssaal von 100 qm. Selbst wenn alle 87 aktiven Feuerwehrleute zusammenkommen, wird der Saal nicht mal halb voll. Zum Vergleich: Das neue Gerätehaus im Hamburger Stadtteil Moorwerder mißt 200 qm Grundfläche. Es ist nach einem Bericht des „Abendblatts“ vom 6. 3. 17 der „der neue Prototyp für die Häuser der Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg". Der Jesteburger Spritzenhauspalast steht nur der heimischen Feuerwehr zur Verfügung. In der Samtgemeinde gibt es noch drei weitere Wehren (Harmstorf, Bendestorf, Lüllau). Die Anregungen, sie aus ökonomischen Gründen miteinander zu verschmelzen, hat der Rat stets  verworfen.

 

Das Kunsthaus "erbärmlich und armselig"

 

Für den Kauf (inklusive Renovierung) einer ehemaligen Bankfiliale als „Kunsthaus“ gab die Gemeinde über 400.000 Euro aus. Es stellt Werke aus dem Freundeskreis seiner „Kuratorin“ Isa Maschewsk aus, die nicht angenommen wird.

 

Das „Hamurger Abendblatt subsumierte am 16. Dezember 2016 in einem Zustandsbericht: „Kauf und Unterhalt: zu teuer und zu aufwändig! Das Programm: zu einseitig und zu elitär! Die äußere Anmutung: erbärmlich und armselig!“ Trotzdem wird es jährlich mit 10.000 Euro bezuschußt, zuzüglich gut 15.000 Euro Salär für die Kuratorin. Für die Anpinselung von ca. 100 m Pflaster zahlte die Gemeinde neulich rund 7.000 Euro, jetzt will sie die Bemalung der Seitenwände einer Bahnunterführung mit 15.000 Euro finanzieren. Dir „Künstler“ stammen aus Maschewskis Freundeskreis.

 

Trotz knappster Mittel will Jesteburg jetzt mi über einer Million Euro in die neugegründete Kommunale Wohnungsbaugesellschaft des Landkreiseseinsteigen, um sich an der Schaffung von „Wohnraum zu bezahlbaren Preisen“ zu beteiligen. Eine Reihe von anderen Gemeinden, so die Jesteburger Teilgemeinden Bendestorf und Harmstorf, haben die Teilhabe an dem Projekt verweigert, weil sie den Bedarf nicht erkennen können.  

 

64 Prozent mehr Kita-Kosten in fünf Jahren

 

Auch sonst ging die Gemeinde immer in die Vollen. Der Mehraufwand für die Kindertagesstätten betrug in diesem Jahr 154.000. Im Vergleich zu 2011 stiegen die Kita-Zuschüsse um 64 Prozent auf 1,34 Millionnen Euro (2016), obwohl die Wohnbevölkerung in derselben Zeit nicht fühlbar wuchs. 

 

Im Schulbereich hat die Gemeinde 2014 durch den Bau einer Oberschule für 13 Millionen Euro (finanziert vom Kreis, der Samtgemeinde und der Gemeinde) teure und sinnlose Überkapazitäten geschaffen. Die Oberschule ist zweifellos gut und auch gut besucht, die Schüler kommen aber vorwiegend aus den Nachbarorten Hanstedt, Seevetal und Buchholz. In Hanstedt kämpft die Oberschule ums Überleben, weil die Klassen unterbelegt sind.

 

Obwohl sich die Landesschulbehörde und der Kreistag dagegen ausgesprochen haben und obwohl die Zahl der Schüler im Kreis seit 30 Jahren permanent rückläufig ist, will der Jesteburger Rat die Oberschule jetzt sogar noch um eine Oberstufe aufstocken. Ihm geht Prestige über wirtschaftliche Vernunft. Die damaligen Ratsmitglieder Nathalie Boegel (CDU) und Karl-Heinz Glaeser starteten auch eine Werbekampagne, um noch mehr Schüler von Hanstedt nach Jesteburg zu locken. Susanne Graßhoff, die Hanstedter Schulleiterin, sagte beim Abschied aus dem Amt: „Unter Jesteburg haben wir alle gelitten“.

 

Ich möchte Ihr besonderes Augenmerk auf die Affäre um die sogenannte Naturbühne richten. Sie scheint mir typisch für die Jesteburger Amigo- und Schluderwirtschaft zu sein. Der Rat gewährte dem CDU-Ratsmitglied Bernd Jost, Geschäftsührer des „Vereins Naturühne“, ein Darlehen in Höhe von 59.000 Euro für den Bau ein Podest mit einer überdachten Plattform zur Aufführung von Rockkonzerten. Anfang dieses Jahres stellte sich heraus, daß Jost das Darlehn nicht zurückzahlen konnte. Daraufhin beschloß der Kulturausschuß, dem Rat eine Umwandlung in einen verlorenen Zuschuß zu empfehlen. 

 

Und die Kommunalaufsicht schläft

 

Keine Frage, daß der Rat  diesem Antrag zustimmen wird. Wenn er es tut, verstößt er meines Erachtens sowohl gegen die Treuepflicht als auch gegen das Verbot, ohne Genehmigung höherer Instanzen Darlehen zu vergeben. ich habe den Fall am 23,. Dezember 2016 in einer Beschwerde an die Kommunalaufsicht des Kreises thematisiert. Fast elf Monate danach teilte mir der Sachbearbeiter, Thorsten Heinze, mit, Jost müsse den Kredit ganz oder in Teilen zurückzahlen. Er wußte nicht, daß der zuständige Ausschuß inzwischen das Gegenteil beschlossen hatte. Ein böses Omen. Denn es ist gegebenenfalls die Aufgabe der Kommunalaufsicht, Jesteburg unter Zwangsverwaltung zu stellen. Was nicht mehr lange dauern kann, wenn die Schluderwirtschaft so weitergeht.

 

An Kontakten empfehle ich zu Ihrer Information: Britta Witte, CDU-Fraktionsvorsitzende (Tel. 04183 - 2410), SPD-Bürgermeister Udo Heitmann (4929), Hansjörg Siede, Vorsitzender der „Unabhängigen Wählergemeinschaft“ (04183 - 949019), Birgit Heilmann, Vorsitzende Die Grünen (04183 - 5100). In der Anlage finden Sie eine Dokumentensammlung zur Sache.

 

Herzlichst

 

 

Erich Wiedemann, Jesteburg

 

 Das neue Jesteburger Schützenhaus: ein Schieß- und Saufpalast auf Pump für über an-derthalb Millionen Euro. Das Gegenteil des Feuerwehrhauses: viel Geld für dumm Tüch.

Antwort von Feuerwehrmann Werner Röhrs

Fakt ist allerdings, dass der Neubau erforderlich wurde, weil im alten Gerätehaus "nur" drei Stellplätze für 5 Einsatzfahrzeuge zur Verfügung standen. Ein weiteres

Fahrzeug, welches 2018 beschafft wird, hätte dazu geführt, das ein weitere externer

Stellplatz erforderlich gewesen wäre.

Das neue Gerätehaus hat 7 Stellplätze und eine Waschhalle.

Die Waschhalle und mehrere Schulungsräume stehen allen Feuerwehren der SG-Jesteburg zur verfügung.

Am 7.11.2017 haben 106 Jugendfeuerwehrleute im neuen Jesteburger Gerätehaus

die Prüfung für die "Jugendflamme  2" abgelegt.

Der Grund, diese Prüfung (theoretisch und praktisch) im neuen Gerätehaus Jesteburg durchzuführen, war die Tatsache, das es in der Fahrzeughalle und in den Schulungsräumen stattfinden konnte und  schlechtes Wetter nicht stören konnte.

Auch Rats- und Ausschusssitzungen sind möglich.

Wenn man bedenkt, dass das Feuerwehrhaus für mehr als 50 Jahre den Anforderungen genügt, sind das bei derzeit 8000 Einwohnern gerade mal ca.

10 € pro Person.

Für mich ist das eine sinnvolle und gute Investition.

 

MfG.

Werner Röhrs,

Wiesenweg 4,

21266 Jesteburg

 

P.S.: Ob das Kunsthaus ach so abschneiden würde??

So schwindelt Frau Cornelia: Wohnungen jetzt       für Ausländer statt für  bedürftige  Deutsche

Cornelia Ziegert läßt die Katze aus dem Sack. Die Jesteburger SPD-Ratsherrin sagte dem "Nordheide Wochenblatt", die Gemeinde wolle im nächsten Jahr 45 Wohnungen bauen. Dort könnten dann - und nun kommt´s - Asylanten einziehen. Also keineswegs einkommensschwachen Jesteburger, wie sie vorher behauptet hatte. Wir lernen: Rrau Cornelia hat gelogen, entweder jetzt oder.

 

Das wäre ein abgefeimter Schwindel. Der Millionenbetrag, den Jesteburg in die Baugesellschaft des Landkreises einbringt, würde dann nicht dazu verwendet, bezahlbaren Wohnraum für Deutsche zu schaffen, sondern um Ausländer, die die Jesteburger sowieso lieber loswerden möchten, seßhaft zu machen. Genau das hat Bendestorfs Bürgermeister, Peter Brink, vorausgesehen, als er sich weigerte, seine Gemeinde in die dubiose Wohnungsbaugesellschaft einzubringen.

 

Die spinnerte Idee hat ihren Ursprung in der Entscheidung des Landkreises, die Asylanten, die jetzt noch im alten "Hotel Niedersachsen" im Ortszentrum leben, auszuquartieren. Seit erheblich weniger Migranten kommen als früher, hat der Kreis einen enormen Leerstand in den Asylquartieren. 

 

Jesteburg rutscht dann noch tiefer in die finanzielle Grütze, in die Gemeindedirektor Hansheinrich Höper und der Rat sie hineingeritten haben. Die neuen Wohnblocks tragen im übrigen dazu bei, die dörfliche Idylle kaputtzusiedeln.Das Thema wurde auch in der Bauausschußsitzungam 15. November kurz angeschnitten. Aber von der Vorsitzenden, Britta Witte, kam wie üblich nur Larifari als Antwort. Der hohe Rat kümmert sich den Dreck um das Problem.

 

Die Jesteburger Sozialdemokraten wenden ein, die Wohnungsbeschaffung würde helfen, die Asylanten zu integrieren. Ja, wer will das denn? Die meisten sind ja eingereist, nicht weil sie Schutz suchen, sondern weil sie an die deutschen Futtertröge wollen. Sie kosten den deutschen Steuerzahler zwischen 20 und 30 Milliarden Euro, viel Geld, das im Straßen- und Kindergartenbau, in der Forschung und in der Rüstung besser aufgehoben wäre.

 

Aber bitteschön, nichts gegen Fremde - solange sie in der Fremde bleiben. Die wirklich Hilfsbedürftigen sollen uns weiter willkommen sein.

 

 

Ein faktenresistenter Landrat vernichtet 45 Steuermillionen

Rainer Rempe kämpft gegen Wohnungsnot, die es nicht gibt

EW. Die meisten Parteien im Landharburger Kreistag haben Landrat Rainer Rempe wieder mal demütig aus der Hand gefressen. Sie beschlossen, 45 Millionen Euro Steuergeld in die neue Kommunale Wohnungsbaugesellschaft (KWG) zu stecken, die die Kreisverwaltung gegründet hat, um tausend Wohnungen zu bauen.

 

Der kleinere Teil der Summe kommt vom Kreis, der größere von neun Gemeinden, die sich an der KVG beteiligen. Und die Sparkasse Harburg-Buxtehude, die bekanntlich dem Steuerzahler gehört, tut auch noch tüchtig was in den Pott. Sparkassenvorstand Heinz Lüers saß in der Kreistagssitzung am 26. September in der letzten Reihe und lächelte schäfisch. Er segnet alles ab, was Remper anordnet.

 

Gegenwind kam aus dem Publikum auf. Der soziale Wohnungsbau sei ein Anachronismus, sagte ein Zuhörer. Das sehe auch das "Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung" DIW) so. Sein Fazit: eine monströse Verschwendung von Steuergeld. 

 

Wer seine Ansprüche seinen Möglichkeiten anpaßt, findet immer ein Dach über dem Kopf. Die Mieten in Rempes KWG-Häusern werden bei 8,50 Euro liegen. Dabei kann man im piekfeinen Bendestorf für den gleichen Preis schon eine Wohnung mit Schwimmbad mieten. Im Internet werden reichlich Wohnungen für unter fünf Euro pro Quadrat angeboten. In Schneverdingen sogar eine für 3,50 Euro.

 

Landrat Rempe zeigte sich blesiert und faktenresistent. Er bürstete den Kritiker mit zwei Tatsachenbehauptungen ab, einer richtigen und einer falschen. Tatsache ist: Der Kreistag hat die Wohnungsbauvorlage mit Mehrheit beschlossen. Das sagt aber nichts über die Qualität des Beschlusses, nur über die Trotteligkeiten der Abgeordneten, die FDP, die dagegen stimmte, ausgenomen. Erfunden ist dagegen Rempes durchschnittlicher Qm-Preis. Er sagt, der liege im Landkreis bei zehn Euro. Immonet und Immowelt, die etwas anderes belegen, wollte er nicht als Quellen akzeptieren. 

 

Einige Samtgemeinden gehen den Weg der wirtschaftlichen Vernunft, nämlich Stelle, Tostedt und Hollenstedt, ferner die Gliedgemeinden Harmstorf und Bendestorf. Die Weigerung der Dissidenten reißt ein tiefes Loch in Rempes 45-Millionen-Budget. Wie er das stopfen will, sagt er nicht.

 

Buchholz trat dem Bündnis erst nach einer heftigen Debatte im Stadtrat bei. Die FDP meint, man solle die Wohnraumversorgung dem freien Immobilienmarkt überlassen. Sie setzte sich mit diesem Argumenten aber nicht durch.

 

Bendestorfs Bürgermeister Peter Brink, sagt, der Landrat spiele mit gezinkten Karten. Er wolle keine Sozialschwachen in den Wohnungen unterbringen, sondern abgelehnte Asylbewerber. Die Jesteburger dagegen müssen blechen, weil ihr Gemeinderat zugestimmt hat: 1,27 Millionen. Und das, obwohl Jesteburg finanziell das Wasser bis zum Hals steht. 

 

Der renitente Zuhörer setzte nach. 60 Prozent der deutschen Sozialwohnungen seien fehlbelegt. Man brauche bloß die Mietschmarotzer zu entfernen, dann habe man bezahlbaren Wohnraum satt. Doch das wollte Rempe auch nicht wissen. Er ging in seiner Antwortrede darüber hinweg.

 

Wir lernen: Landrat Rempe verpulvert Steuermillionen, und die Volksvertreter segnen den Flop demütig ab. Die AfD hat in ihrem Programm die Forderung, Steuergeldverschwendung  unter Strafe zu stellen. Wer hoffnungsfroh den Landrat schon im Schapp sieht, muß jedoch enttäuscht werden: Die AfD ist einstweilen nicht koalitionsfähig.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Haben Sie ein paar Milliönchen locker? Dann können Sie sich aus gegebenem Anlaß (Geburtstag, Jubiläum, Richtfest) Emmanuel Macron, den Staatschef der Grande Nation, ins Haus kommen lassen. Dieser Tage war er zur Einweihung des sogenannten neuen Louvre in Abu Dabi. Der dortige Emir hatte sich für 400 Millionen Euro die Nutzungsrechte des Nanens Louvre für dreißig Jahren gesichert. Ein Besuch Macrons war im Leistungspaket enthalten. Wie sprach der große Gustave Flaubert? "Mir weismachen zu wollen, daß die Würde eine menschliche Eigenschaft ist, ist blanker Hohn". 

Der Versager des Tages ist US-Epräsident Barack Obama. Er twitterte nach dem Massenmord von Sutherland Springs, Texas (26 Tote): „Möge Gott uns allen die Weisheit geben, um zu fragen, welche konkreten Schritte wir unternehmen können, um die Gewalt und die Waffen unter uns zu reduzieren." Der Sponner, er hatte acht Jahre Zeit, sich diese Weisheit zu verschaffen. Aber als mächtigster Mann der Vereinigten Staaten hat er keinen Finger gerührt, um die amerikanischen Waffengesetze zu entschärfen.

Berlin ist die Hauptstadt des Fortschritts. Jetzt will die Verwaltung öffentliche Unisex-Toiletten einführen, die es auch Frauen erlauben, im Stehen zu urinieren. Wer das abschreckend findet, soll sich trösten: Gemessen an der zeitlichen Dispositionsspanne, die für Berliner Projekte, etwa den Flughafen BER, gelten, werden die geschlechtergerechten Klos in dieser Legislaturperiode sowieso nicht mehr fertig. In der nächsten vielleicht auch nicht. Und so, wie sich das Stadtbild entwickelt, fällt es dann auch nicht mehr auf, wenn jeder einfach in den Rinnstein pinkelt. Von der künstlerischen Kosmopolität unserer Hauptstadt kriegt jetzt auch Jesteburg was mit. Ein Berliner Künstler soll auf Anregung der Kunsthaus-Kuratorin Isa Maschewski die Wände der Bahnüberführung am nördlichen Ortsausgang bunt anmalen.Es kostet auch bloß 15.000 Euro Steuergeld. Dafür kann man das doch nicht selbst machen, oder?

Ein Baustadtrat der Grünen in Berlin hat hingeschmissen, weil seine Fraktion im Senat ihm vorgeworfen hatte, "zu sehr fach- und sachgerecht zu arbeiten". Seine Qualifikation für sein Amt war es also, die ihn disqualifizierte. Bei den Verantwortungsträgern handelt es sich übrigens um Mitglieder einer Partei, die sich anschickt in den Jamaia-Verhandlungen eine Beteiligung an der Bundesregierung zu erstreiten. Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, die grüne Poliikerin, die Migranten als Geschenk für die Deutschen betrachtet, als Vizekanzlerin? Als abgebrochene Theologiestudentin, die immerhin schon Toppositionen bei der EKD besetzt hatte, würde sie die Bedingungen der Berliner Kollegen erfüllen. Sie istals Merkel-Stellvertreterin so geeignet wie die Klofrau für die Rolle der tollen Lola?

Die Todesstrafe fordert Donald Trump für den New Yorker Pickup-Terroristen Sayfullo Saipov. Der Mann aus Usbekistan hatte mit einem Kleinlaster in Manhattan acht Menschen totgewalzt, darunter fünf freundliche Oldies aus Argentinien, die in New York ihr Abi-Jubiläum hatten feiern wollen. Giftspritze, ex und hopp, ist das angemessen? Unsere christlich-humanistische Tradition hindert uns daran, zu fragen, ob es zweckdienlich wäre, ihn an einem Baukran aufzuhängen, wie es im Iran, dem Mutterland des Islamismus, üblich ist. Der Lateiner sagt: Bestia bestialiter traktantur. Zu deutsch: Eine Bestie ist bestialisch zu behandeln.Die Idee, ihn vorher in Guantanamo erstmal ein paar Monate lang Scheiße ferssen zu lassen, wird hiermit aber zurückgewiesen.

Claudia Roth von den Grünen hat einen guten Vorschlag gemacht. Sie empfiehlt, alle Ausschußsitzungen im Bundestag immer im Fernsehen übertragen zu lassen. Dann könne der Bürger selbst beurteilen, wer politisches Interesse zeigt und wer nicht. Also. Politik von den Talkshows zurück ins Parlament. Wir halten fest: Die grüne Roth ist eine exhibitionistische Zicke, aber wo sie recht hat, hat sie recht.

Zum Gewinner des Tages hat "Spiegel online" den toten russischen Killerpotentaten Wladimir Iljitsch Lenin ernannt. 

Erleben wir nächstens Hitler, Pol Pot und Idi Amin als Gewinner des Tages? Redakteur Michael Sauga schreibt: "Er (Lenin) hat auch jenes Motto geprägt, mit dem sich heute viele Politiker selbst in den westlichen Demokratien identifizieren können: `Erst müssen wir die Macht haben, dann entscheiden wir, was wir damit anfangen." Also aufgepaßt, Demokraten, die Wölfe sind mitten unter uns. Ob der Verfassungsschutz Michael Sauga nicht mal zur Sache befragen sollte? Vielleicht weiß er mehr.

Ein gebrochenes Verhältnis zu ihren christlichen Grundwerten hat der bekennende Atheist Jürgen Trittin von den Grünen der CDU attestiert. Das ist wie wenn der Vegetarier Boris Becker dem deutschen Fleischerhandwerk ans Herz legen würde, weniger Paniermehl in die Frikadellen zu tun.

Oldies, paßt auf, das Opium bringt Opi um.

 

Hans-Heinrich Aldag, christdemokratischer Doyen der Jesteburger Politik, mußte in der Fragestunde der letzten Samtgemeinderatssitzung einen derben Tadel einstecken. Ein Wutbürger nannte ihn einen Versager, weil er im Kreistag der umstrittenen Wohnungsbaugesellschaft zugestimmt hatte, die 45 Millionen Euro kosten wird, sich aber schon jetzt als Flop konturiert. Lieber, so sagte der Zuhörer, hätte er ihn einen Trottel genannt. Das sei aber eine Beleidigung, und die hätte ihn gegebenenfalls 500 Euro Bußgeld kosten können. Das sei ihm zu teuer. Aldag antwortete leidenschaftslos, man habe sich früher mit mehr Niveau gestritten. Dabei hätte es auch schlimmer kommen können. Der Zuschauer war kein SPD-Mann. Sonst hätte er gemäß der neuen sozialdemokratischen Sprachregelung Aldag womöglich damit gedroht, ihm nächstens was in die Fresse zu hauen.

 

Mit zweierlei Maß wird alles gemessen, was mit der AfD zu tun hat. Dem Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland wurde es als Ausdruck seiner faschistischen Gesinnung ausgelegt, daß er angekündigt hatte: "Wir werden die Kanzlerin jagen". Die neue SPD-Generalsekregtärin Andrea Nahles, durfte drei Tage später aber aber ungerügt über ihre CDU/CSU-Kollegen im Kabinett sagen: "Ab morgen kriegen sie was in die Fresse." Das gleiche Maß legte die politisch-publizistische Klasse an Gaulands Äußerung über die Auslandsbeauftragte Aydan Özoguz an, nachdem der dazu aufgefordert hatte, sie "nach Anatolien zu entsorgen". SPD-Außenminister Sigmar Gabriel hatte ein Vierteljahr zuvor exakt das Gleiche über Kanzlerin Mwrkel gesagt, ohne daß die Politik davon Notiz genommen hätte. 

 

Angela Merkel sagt, wer gröhlt, hat keine Argumente. Ja, was sollen die Leute denn tun, wenn sie gegen Merkels Politik sind. Soll sie doch Mikrophone im Publikum verteilen lassen und damit Waffengleichheit herstellen, die Daddeltante. Dann braucht keiner mehr zu schreien. 

"Rocket man is on a suicide mission", sprach Praesident Trump zur Uno-Vollversammlung." Right, Donald, das mußte mal gesagt werden. Noch besser, Sie holen sich jemanden, der die guten alten amerikanischen Tugenden verkörpert. Also: John Wayne, übernehmen Sie, I got a job for you in Pjönjang.! Wir erinnern uns: John Wayne war der Peacemaker, der in Alamo Frieden machte, indem er dem Guy mit dem schwarzen Hut ein gutes Stück Blei zwischen die Augen pustete. 

Ein älterer Herr aus Jesteburg will auf diesem Weg seinen Mitbürgern dankeschön sagen. Wenn er gelegentlich seines morgendlichen Gesundheitsspazierganges Zwischenrast auf einer Bank einlegt, halten immer wieder Autofahrer an, um sich zu erkundigen, ob er okay ist. Er sagt: "Das finde ich nett, dass auch unsereins die Willkommenskultur geniessen kann, ganz ohne Migrationshintergrund. Aus Dankbarkeit will er es künftig unterlassen, vorbeigehenden Passanten mit seiner Spazierstockkrücke die Beine unterm Hintern wegzuziehen.Man sieht, auch Oldies sind Mitmenschen.

Frage an Radio Eriwan: "Ist es wahr, daß Schwule keine Kinder kriegen können?"Antwort: "Ja, aber sie versuchen es immer wieder." Die Homosexuellen geben sich mit dieser Antwort natürlich nicht zufrieden. Sie haben durchgesetzt, daß sogar Kanzlerin Merkel ihnen die Ehe mit allen Rechten zugesteht (wenn auch mürrisch). Die CDU, die sich früher als christliche Partei verstand, hat alle Skrupel über Bord geworfen, um in Sachen Bürgerfreiheit nicht schlechter dazustehen als die SPD. Die Rechte von Minderheiten rangieren jetzt auch bei ihr vor den Rechten der Mehrheit. Warum werde die Ehe nicht gleich ganz abgeschafft, fragt die linke TAZ. Es wäre ja kein Verlust, wenn man bedenkt, daß sie die Hauptursache aller Scheidungen ist. Die Sodomiten werden übrigens immer noch unterdrückt. Wann dürfen Kynophile endlich ihren Schäferhund heiraten? 

Blondchen packt wieder ins Klo

Britta Witte, das blonde Dummchen mit den hübschen Beinen aus dem Jesteburger Gemeinderat und ihre Parteifreundin Christiane Oertzen haben sich mit ihrer Kampagne zur Umbenennung des Landkreises Harburg, lautstark an die Rampe gespeielt. Sie sind erwartungsgemäß auf die Schnauze gefallen. Ihr Appell ans Landkreisvolk: „Uns ist extrem wichtig, dass so ein Vorhaben auf einem breiten Konsens beruht.“ Wörtlich: extrem wichtig. Man ersieht daraus die tiefe Ernsthaftigkeit,mit der pretty Britta und ihre CDU den Herausforderungen ihrer politischen Arbeit begegnen.

 

Nicht die chaotischen Verkehrsverhältnisse im Jesbörger Ortskern, nicht die ebenso chaotische Finanzlage, nicht die Überflutung der Gemeinde mit „Schutzsuchenden“ bringt Wittchen in Wut, sondern die Abfälschung ihres Heimtkreises zum nominellen Appendix eines Hamburger Vorortes. Natürlich, so Witte, müsse man erst mal prüfen, ob sich die Bürger für das Problem überhaupt interessieren ließen. Man wisse ja nie.

 

Jetzt weiß man es: Ob ihre Heimat Landkreis Harburg heißt oder Landkreis Nordheide oder Landkreis Süderelbe, das ist ihnen scheißegal. Daß sich die Vorsitzende der führenden Fraktion im Gemeinderat mit solchem Mist befaßt statt mit den Problemen der Bürger, das finden sie tragischer.

 

Ihre politischen Kindereien machen Britta Witte zur Witzfigur erster Ordnung. Sie packt öfter mal ins Klo. Neulich regte sie allen Ernstes im Rat an, für die 8000-Einwohner-Gemeinde Jesteburg einen "City-Manager" einzustellen. Das Projekt ging eben so klanglos unter wie die Namensänderung. Wenn einer eine Kampagne für weniger Frauen in der Politik ins Leben rufen würde, dann käme er an Britta Witte als Promoterin nicht vorbei.

Hunde, dies niedrige Weltgesindel

Jesteburg hat die Hundesteuer erhöht  - auf 37,50 Euro pro Schwanz. Das ist viel zu wenig. Wer das zu teuer findet, kann seinen Waldi ja in die Suppe tun.

 

Hunde sind nutzlose Fresser und Ruhestörer. Sie bellen morgens um fünf die werktätige Bevölkerung aus dem Schlaf und erheben im übrigen territoriale Ansprüche, die nicht mit dem Völkerrecht und mit dem gesunden Menschenverstand im Einklang stehen. Und was die Bellmaschinen auf die Straße kacken, muß der Bauhof wieder wegmachen.

 

Der Naturforsche Goethe nannte die Hunde ein „niedriges Weltgesindel“. Der Hund sei ein von Flöhen besetzter Organismus, der bellt, sagte Leibnitz. Denn Hunde bellen immer. Wenn jemand kommt und wenn jemand geht. Und wenn sie keinen Grund dazu haben, dann erbellen sie sich einen. Sie sind ihrem Herrn treu, ohne sich zu fragen, ob der das wert ist. Hitlers Blondie war der prominenteste Vertreter dieser Spezies im letzten Jahrhundert. Für Hunde sei Herrchen ein Napolen, deshalb seien sie so beliebt, hat Aldous Huxley gesagt. Das war bekanntlich ein kluger Mann. Merkwürdig, daß sie bei den deutschen Dichtern und Denkern eine so gute Presse hatten, Goethe ausgenommen (siehe oben).

 

Der canis mordax sei ein anachronistisches Wesen, schrieb der Meisterspötter und bekennende Hundehasser Kurt Tucholsky. Sein Herrchen  (wieso überhaupt dieser verzärtelnde Diminutiv?) versucht auch gar nicht, seiner Kreatur das Kläffen zu verbieten. Im Gegenteil, er ist sogar noch stolz darauf. Er ist ebenso rücksichtslos wie der Vierbeiner, den er füttert und hätschelt.

 

 

Nach der Bundesbeißstatistik, die das „Deutsche Ärzteblatt“ veröffentlichte, werden jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Menschen von Hunden gebissen.. Dabei sind die Sofafifis nicht weniger gefährlich als die großen Köter.

 

Ihre Opfer sind nicht vorwiegend Postboten und Versicherungsvertreter, wie man denken könnte. 90 Prozent von ihnen kamen aus ihrem eigenen Biotop. Womit auch - Treue hin, Treue her - das Vorurteil widerlegt wäre, sie beschützten ihre eigene Sippe. Einbrecher sind selten betroffen. Kinder beißen sie am liebsten in den Kopf und ins Gesicht. Das Problem wäre längst gelöst wenn Hunde Stickoxide ausstoßen würde. Dann würden sie stillgelegt wie Dieselmotoren.

 

Es ist eine merkwürdige Rechtspraxis: Waffenbesitz ist aufrechten Bürgern in der Regel untersagt. Rocker und Zuhälter dürfen sich ohne Lizenz und Eignungsprüfung solche vierbeinigen Mordinstrumente halten. Rätselhaft, warum die Bürgerschaft Rottweil in Baden-Württemberg noch keine Umbenennung ihrer Stadt erwirkt haben, um sich zumindest nominell von den gleichnamigen Killerkötern zu unterscheiden. 

Schokolade für Zuckerkranke

Beseitigung von Fluchtursachen kann nicht funktionieren

Die klassische Empathieschule lehrt: Wohlstand geht nicht ohne Freiheit und Demokratie. Das ist eine süße Irrlehre.

 

Die Volksrepublik China ist so unfrei, wie es schlimmer nicht geht, und produziert seit vielen Jahren fabelhafte Wachstumsraten.

 

Äthiopien ist ein brutaler Polizeistaat. Gleichwohl war seine Wirtschaft im Jahr 2015 die einzige der Welt mit einer zweistelligen Wachstumsrate (rund 11 Prozent).

 

Die Apartheid-Republik Südafrika war die mit Abstand stärkste Wirtschaftsmacht des Kontinents, solange ein Drittel der Bevölkerung die anderen zwei Drittel ausbeuteten. Heute ist Südafrika ein freies Land. Doch es hat ebenso viele Sozialhilfeempfänger wie Erwerbstätige (13 Millionen). Als die Apartheid kippte, betrug das Wachstum vier Prozent jährlich. Seitdem ist es auf weniger als ein Drittel geschrumpft.

 

Während der Breschnew-Ära wuchs die Kommandowirtshaft der Sowjetunion nicht langsamer als die der USA und der EWG. Nach Einführung von Glasnost und Perestroika durch Michail Gorbatschow brach sie zusammen. Erst seit der Autokrat Wladimir Putin im Kreml die Peitsche schwingt, geht es wieder aufwärts.

 

Mitte des letzten Jahrhunderts wurden fast alle afrikanischen Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen. Seitdem ist der Lebensstandard permanent gesunken. Von den 14 ärmsten Ländern der Welt liegen 13 in Afrika.

 

Was lehrt uns das?

 

Nichts. Viele Demokratien erlebten Boom auf Boom, andere gingen wirtschaftlich vor die Hunde. Die angebliche Kausalität von Freiheit zu wirtschaftlicher Prosperität ist eine Schimäre.  Mal kommt es so, mal kommt es so.

 

Jeder Versuch, die Ökonomie in exakte wissenschaftliche Koordinaten zu zwängen, ist ein Va-banque-Spiel. Sonst gäbe es nicht so viele ökonomische Modelle, von denen die meisten einander total oder teilweise widersprechen. Man kann Entwicklungen nachträglich beschreiben. Voraussagen kann man sie selten. Die meisten großen Ökonomen - Marx, Keynes, Adam Smith - waren Nebelstocherer. Nur der große Schumpeter nicht. Er begriff, daß der Wohlstand der Gesellschaft aus  Fleiß und Inovationsbeflissenheit kommt. So einen bräuchte man heute im Thinktank des Berliner Entwicklungsministeriums.

 

Die von Angela Merkels propagierte Bekämpfung der Fluchtursachen zur Bewältigung des Asylproblems stand neulich in Hamburg, mit drei Kreuzchen versehen, auf der G-20-Agenda. Sie fand aber nur in geringes Echo. Nicht weil sie so nicht funktionieren kann, sondern weil die Gipfelgäste sich nicht dafür interessierten.

 

Die Bilanz der Entwicklungshilfe ist trist. In gut einem halben Jahrhundert haben die westlichen Länder in Afrika anderthalb bis zwei Billionen Euro versenkt. Lord Peter Bauer, damals Professor an der "London School of Economics" und ein Berater Margaret Thatchers, lehrte schon vor 30 Jahren, die Entwicklungshilfe sei "teilweise eine Ursache des Nord-Süd-Konflikts und nicht seine Lösung". Sie belohne den Mißerfolg und verewige die Armut. 

 

Aber ganz nutzlos war die Hilfe nicht. Sie hat viel gute Infrastruktur hinterlassen. Ohne sie gäbe es weniger Straßen, Schulen und landwirtschaftliche Maschinenringe. Deshalb muß sie weitergeführt werden. Mit mehr Augenmaß und mehr Schub für Eigeninitiativen.

 

Und vor allem mit mehr Selbsthilfe durch die Afrikaner. Der (inzwischen verstorbene) Brunnenbauer Hans Mayer aus Rüsselsheim, auf Kisuaheli genannt der „Moya Mayer", zu deutsch „Wassermayer", konnte das bestätigen. Er baute in Tansania Dutzende von Brunnen, aus denen viele hunderttausend Menschen dann ihr Trinkwasser schöpften. Ein paar Jahre danach waren sie alle verfallen, weil sie nicht gesäubert worden waren.

 

Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Geberstaat. Entwicklungsminister Gerd Müller sagt, man  wolle weg vom Gießkannenprinzip und hin zur Partnerchaft mit ausgesuchten Staaten. Man brauche einen Paradigmenwechsel. Der ist aber nicht in Sicht. Das alte Paradigma steht gut im Saft: Zuckerwatte für Zuckerkranke.

 

Drei der vier "apokalyptischen Reiter", wie die sambische Harvard-Ökonomin Dambisa Moyo sie nennt, nämlich Korruption, Armut, Krankheit, Krieg, haben viel Elend über Afrika gebracht. Armut allerdings ist keine Ursache, sondern ein Zustand. Korruption ist in der Tat eine Pest, die viele Initiativen erstickt, sie ist aber nicht fundamental bedrohlich.

 

Thailand nimmt im Korruptionsranking von "Transparency International" einen miserablen 102. Platz ein (Dänemark und Neuseeland Platz 1, Somalia Platz 175) und schreibt trotzdem ganz ordentliche Zahlen. In Deutschland fließen jährlich hundert Millionen Schmiergeld, schätzt das BKA. Das meiste im Aiußenhandel.

 

Die Merkelianer sagen, sie wollten den Handel liberalisieren, also Zollschranken abbauen. Aber da gibt´s nichts abzubauen. Die EU garantiert den Afrikanern den totalen zollfreien Zugang zu den europäischen Märkten. Nur, sie nutzen ihn nicht. Der Anteil der subsaharischen Länder am Handel mit Deutschland betrug 2015 kümmerliche 1,24 Prozent. Wenn man das Ölland Nigeria und Südafrika abzieht, tendiert er gegen null. Für das „Neue Deutschland“ ist er trotzdem noch immer „kapitalistische Ausbeutung“.

 

Greenpeace hat recherchiert, wie das „globale Huhn“ in Togo angeblich Märkte zerstört. 2013 exportierten Brasilien, die USA und die EU 12.000 Tonnen gefrorenes Hühnchenfleisch nach Togo. Weil die einheimischen Geflügelfarmen die Importpreise nicht halten konnten, gingen sie pleite. „Hähnchen des Todes“ würden die Import-Flattermänner in Togo genannt, sie zerstörten die Lebensgrundlage der Menschen, berichtete das „Greenpeace Magazin“. Aber so ist das mit dem Wettbewerb: Einer gewinnt, der andere verliert. Den Vorteil hat der Verbraucher.

 

Es ist wahr, die Epidemien sind eine kontinentale Plage. Aids, die bösartigste - nicht die einzige -, hat ihren Höhepunkt schon vor Jahren überschritten. 25 Millionen Menschen sind infiziert. Aber die Zahl der Erkrankten ist in den vergangenen zehn Jahren drastisch zurückgegangen, in Äthiopien um 90 Prozent. Da ist Licht am Horzont.

 

Kriege sind auch eine afrikanische Fluchtursache, gewiß, aber keine wirklich bedeutende. Sie sind auch nach der Genfer Konvention und nach Artikel 16a des Grundgesetzes als solche nicht anerkannt. Nach UN-Angaben leben fünf Prozent der Afrikaner in Kriegsgebieten. Das heißt: 95 Prozent leben im Frieden. Asylbewerber aus Afrika täuschen - sofern sie nicht aus Somalia oder dem Südsudan kommen - Krieg als Fluchtgrund nur vor.

 

Nein, die drei apokalyptischen Reiter sind nicht wirklich existenzbedrohend. Die wichtigsten Ursachen wirtschaftlicher Not - nämlich das galoppierende Bevölkerungswachstum, die defizitäre protestantische Arbeitsethik und die – horribile dictu - unterdurchschnittlich entwickelten kognitiven Fähigkeiten der Afrikaner – kommen im wissenschaftlichen Diskurs nicht vor.

 

Abgesehen von den 2002 und 2006 in den USA erschienenen Büchern "The IQ and the Wealth of Nations" und „IQ and Global Inequality“. Die Autoren, Professor Richard Lynn von der Universität Ulster, und Professor Tatu Vanhanen von der Universität Tampere, haben die ungleiche Verteilung der "fluiden Intelligenz" über den Globus thematisiert. Danach leben die intelligentesten Menschen in Nordostasien, die allergescheitesten in Hongkong und die mit der geringsten geistigen Kompetenz in West-und Zentralafrika. Am schlechtesten kommen die Einwohner der Republik Äquatorialguinea weg. Die politischen Zustände dort sind entsprechend. Staatschef ist der als Folterer verschriene Diktator Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, der laut CBS auch im Verdacht steht, oppositionelle Politiker aufgefressen zu haben. 

 

Lynn und Vanhanen mußten sich methodische Fehler vorwerfen lassen. Zu viele Staaten in würden in ihren Studien nicht berücksichtigt. Sie schrammten an einigen Stellen auch dircht an der Rassenlehre der Nazis vorbei. Doch die grundsätzliche Korrelation zwischen Erbanlagen und Leistungsstandard ist nicht zu übersehen.

 

Lynn beschäftigte sich auch mit der Untersuchung von Fleiß und Moral. Der Begriff „Fleiß“ aber gilt in Deutschland als Unwort, er ist gleichfalls tabu.. Wer ihn verwendet, wird schnell als Rassist gebrandmarkt. Das Dogna ist nicht verhandelbar: Alle Menschen sind gleich, also sind sie auch gleich klug und gleich fleißig.

 

Aber es muß Gründe dafür geben, daß ein Landwirt auf der indonesischen Insel Bali 25mal so hohe Hektarerträge erzielt wie unter vergleichbaren geologischen und meteorologischen Bedingungen in der zentralafrikanischen Republik Gabun. Daß Südkorea Ende der fünfziger Jahre ein ungefähr gleiches und ein halbes Jahrhundert danach ein zwanzigmal so hohes Sozialprodukt erwirtschaftete wie Ghana.

 

Schaffenskraft kann nicht belanglos sein für allgemeine Leistungsstandards. Unter der Palme liegen und warten, bis die Kokosnuß runterfällt, ist kein Startup. Daß  Sambias rachitische Wirtschaft, so, wie sie ist, nicht sanierungsfähig ist, liegt vor allem daran, daß sie Kolonialzeiten unverändert vom Kupferbergbau abhängt. Ebenso wie die von Ghana vom Kakao und die des Senegal von Erdnüssen. Inovation wird überall kleingechrieben.

 

Jeffrey Sachs,  der Direktor des „UN-Millennium-Projekts zur globalen Armutsbekämpfung“ hat ein simples und probates Modell für Afrikas Landwirtschaft entworfen, das auch für Handel und Industie taugt: Der Haushalt verkauft eine von vier Tonnen Mais, die er erwirtschaftet, auf dem Markt. Ebenso Eier und Wolle. Von dem Erlös kauft er Hühner, Schafe und einen Ochsen. Den Ochsen kann er als Zugtier benutzen. Dadurch verbessert er seine Ernteerträge. Das führt zu Kapitalakkumulation. Die Armen, so lehrt Sachs, bräuchten nur Hilfe, um die erste Sprosse der Entwicklungsleiter zu erklimmen. Danach könnten sie sich selbst helfen.

 

In einigen Ländern gibt es auch gute Ansätze für den wirtschftlichen Fortschritt, unter anderem in Äthiopien, Ägypten, Marokko und Kenia. Etliche haben in den letzten zehn Jahren sogar einen respektablen Aufschwung hingelegt. Einen Pyrrhus-Fortschritt f5reilich, denn die Bevölkerungsexplosion macht jede Entwicklung platt. Wenn sie nicht gebremst wird, werden um die Mitte des Jahrhunderts zwischen Sahara und Kap zwei Milliarden Menschen leben, doppelt so viele wie heute. In Deutschland bringt eine Frau im Durchschnitt anderhalb Kinder zur Welt, im Horrortaat Somalia sechs. Die Bevölkerung wächst doppelt so schnell wie die Zahl der Arbeitsplätze.

 

China und die Tigerstaaten haben vorgemacht, wie Geburtenkontrolle geht. Afrika bräuchte es nur nachzumachen. China hat mit seiner – wenn auch rabiaten - Ein-Kind-Politik das Problem gut in den Griff gekriegt. Südkorea, Thailand und Vietnam haben ihre Geburtenraten mehr als halbiert.

 

Westliche Politiker trauen sich nicht, über den „human factor“ zu reden, weil sie fürchten müssen, daß sie was mit der Rassismuskeule übergebraten kriegen. Sie wollen ja nicht den Oberlehrer geben. Deshalb tickt die Bevölkerungsbombe weiter. Und Entwicklungspolitik bleibt die Domäne der Träumer und Schwafler.

 

Der englische Pastor Robert Malthus stellte im Revolutionsjahr 1789 die These auf, die Menschheit wachse exponentiell, die Nahrungsmittelproduktion aber nur linear. Sie steuere auf eine monströse Hungerkatastrophe (nightmare) zu. Deshalb solle sie ihren Geschlechtstrieb bremsen.

 

Nur der erste Teil der Prognose war richtig. Nach allen Hochrechnungen wird nämlich die Menschheit auch in hundert Jahren nicht hungern. Doch das verheerende Elend und die geringe Lebenserwartung in Afrika werden bleiben. Der Überdruck, so lehrte Malthus auch, werde sich in einer Massenemigration entladen. Damit scheint er Recht zu behalten. Und damit muß nicht Afrika fertig werden, sondern – vor allem wegen der Sogwirkung seiner Sozialsysteme - Europa.

 

Die afrikanischen Regierungen tun nichts gegen den überbordenen Babyboom. Unter den 55 Staaten der "Afrikanischen Union" hat kein einziger die Geburtenkontrolle auf dem Zettel.  Nigerias eher progressiver Exstaatspräsident Jonathan hat immerhin versucht, das Thema unter die Leute zu bringen. Das Echo war vernichtend. Muslimische und christliche Kleriker nannten ihn in seltener Einheit einen neokolonialistischen Volksverderber. Jonathan gibt aber die Hoffnung nicht auf. Er heißt mit Vornamen Goodluck.


 

 

Verantwortlich für den Inhalt: Erich Wiedemann, Jesteburg